Verkehr ’45 – Verlässlichkeit der Raum- und Siedlungsentwicklung bei Bahnprojekten
29. September 2026
Ich habe Fragen an den Bundesrat und reichte meinen ersten Vorstoss im Nationalrat ein🚆
Deshalb habe ich einen Vorstoss zu «Verkehr ’45» eingereicht. Umso mehr freut es mich, dass nun auch die Medien genauer hinschauen und die geplante Streichung von bereits beschlossenen Bahnprojekten kritisch beleuchten.
Mit «Verkehr ’45» sollen 67 bereits beschlossene Bahnprojekte nicht mehr realisiert werden – darunter die S-Bahn-Haltestelle Thun Nord.
Als Nationalrätin aus Thun ist für mich klar: Ich will verstehen, wie es zu diesem Entscheid kommt und welche Kriterien dahinterstehen.
Thun Nord ist kein isoliertes Bahnprojekt. Die Haltestelle ist Teil einer langfristig abgestimmten Raum-, Siedlungs- und Standortentwicklung der Stadt Thun. Das Gebiet - ein Entwicklungsschwerpunkt des Kanton Bern - hat ein Potenzial von bis zu 8500 Arbeitsplätzen. Wichtige Infrastrukturen wie der Bypass Thun Nord sind bereits realisiert, und die Haltestelle wurde in den Ausbauschritt 2035 aufgenommen.
Thun Nord steht dabei beispielhaft für weitere gestrichene Bahnprojekte. Auch Brenda Tuosto, Nationalrätin aus Yverdon weist auf die Streichung der Haltestelle Yverdon Y-Parc und weitere Auswirkungen von «Verkehr ’45» hin und ist wie Michael Töngi, Florence Brenzikofer und Delphine Klopfenstein Broggini Mitunterzeichner:in des Vorstosses.
Und heute kommt ein wichtiges Signal aus Bern: Auch der Regierungsrat des Kantons Bern verlangt, dass Thun Nord realisiert wird. Er bezeichnet die Haltestelle als zentral für die Erschliessung des kantonalen Entwicklungsschwerpunkts Thun Nord.
Unsere Interpellation stellt deshalb konkrete Fragen:
👉 Wie wurden die langfristige Raum- und Siedlungsentwicklung sowie bereits getätigte öffentliche und private Investitionen berücksichtigt?
👉 Wurden die Kosten-Nutzen-Analysen aktualisiert und auch mögliche Folgekosten einer Streichung berücksichtigt?
Und noch etwas interessiert mich besonders: Welche technischen und betrieblichen Entwicklungen wurden bei «Verkehr ’45» berücksichtigt? Moderne Sicherungs- und Leitsysteme, dichtere Zugfolgen oder kürzere Haltezeiten könnten zusätzliche Kapazitäten ermöglichen. Wurden diese Potenziale quantifiziert und einbezogen?
Mir geht es um mehr als nur um Thun Nord. Es geht um Planungssicherheit, nachvollziehbare Kriterien und darum, wie langfristig abgestimmte Entwicklungen in der Schweiz beurteilt werden.
Aber klar ist auch: Ich setze mich dafür ein, dass die Interessen des Kanton Bern und von Thun und der Region auf Bundesebene gehört werden. Dafür bin ich als Nationalrätin da.
👉🏼 Hier geht es zum Vorstoss: https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20264118
Nun bin ich gespannt auf die Antworten des Bundesrates.
📷 Patrick Liechti